Die Klinik für für Psychiatrie und Psychotherapie der Gesundheit Nord hat einen neuen Chefarzt. Ab dem 1. April 2025 leitet Dr. Deniz Karagülle die Klinik zunächst gemeinsam mit Dr. Martin Bührig, bis dieser im Herbst in den Ruhestand geht.
Der 45-Jährige Psychiater, Suchtmediziner und Psychotherapeut stammt gebürtig aus dem Süden Deutschlands. Er ist in Nürnberg geboren und aufgewachsen, hat dort Abitur gemacht und sein Medizinstudium absolviert. Seine Assistenzarztzeit verbrachte er dann unter anderem in Bayreuth und an der Medizinischen Hochschule Hannover, bevor er als Oberarzt der Psychiatrie nach Nürnberg zurückkehrte. Danach folgten verschiedene Chefarzt-Positionen, zuletzt am Klinikum Westfalen in Lütgendortmund. Jetzt freut sich Deniz Karagülle auf Bremen und auf seine neue Position. „Mich hat die Aufgabe sehr gereizt“, sagt Karagülle. Das beträfe die Größe der Klinik ebenso wie die sozialpsychiatrische Ausrichtung und das eingeführte Regionalbudget, das flexiblere individuellere Behandlungskonzepte möglich mache und den Gestaltungsspielraum vergrößere. Außerdem freut er sich auf Bremen. Die Stadt habe ihm nach den ersten Besuchen auf Anhieb gut gefallen.
Karagülle weiß, dass er eine Klinik mitten in der Neuausrichtung übernimmt. Die Klinik baut zugunsten ambulanter und niedrigschwelliger wohnortnaher Versorgungsstrukturen Betten ab. Gemeinsam hat sie mit den Krankenkassen das so genannte Regionalbudget umgesetzt, einem Modellvorhaben für die Stadt Bremen, das es der Klinik erlaubt, die Behandlung psychisch Erkrankter frei von Budgetvorgaben mit individuell auf die Person zugeschnittenen Hilfsangeboten durchzuführen. Diese Behandlung kann je nach Bedarf stationär, tagesklinisch oder ambulant stattfinden. Die Einführung des Regionalbudgets war ein zentraler Schritt in Richtung Regionalisierung und Ambulantisierung der Psychiatrie. Beides war 2013 im Bürgerschaftsbeschluss als Ziel der Psychiatriereform formuliert worden. Und gerade das interessiert den erfahrenen Psychiater und Therapeuten, der im Laufe seines Berufsweges verschiedene Ausrichtungen der Psychiatrie kennengelernt hat. „Dieser Weg entspricht meinen Vorstellungen von einer modernen Psychiatrie und den werde ich selbstverständlich engagiert weiter gehen“, sagt Deniz Karagülle.
Zunächst aber will der neue Chefarzt vor allem viel zuhören, sich gründlich einarbeiten und das gesamte Team kennenlernen. „Ohne Teamarbeit geht nichts in der Psychiatrie, nur so können wir für die Patientinnen und Patienten etwas bewirken“, ist Karagülle überzeugt.
Auch die Geschäftsführung der Gesundheit Nord ist froh über den Wechsel Karagülles nach Bremen: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. Karagülle einen so erfahrenen Psychiater und Psychotherapeuten für die herausfordernde Umstrukturierung der Psychiatrie gewinnen konnten“, sagt Dr. Dorothea Dreizehnter, Geschäftsführerin Medizin und Infrastruktur der Gesundheit Nord. Dr. Deniz Karagülle ist verheiratet und hat vier Kinder zwischen sieben und achtzehn Jahren.